AnGedacht

Jahreslosung 2026
Siehe, ich mache alles neu
Offenbarung 21, Vers 5

 

Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Homepage!

"Siehe ich mache alles neu." Dieser Satz soll uns durch dieses Jahr begleiten. Ein Wort zieht mich in dieser Jahreslosung besonders in den Bann: "Siehe." So beginnt der Bibelvers: "Siehe, ich mache alles neu." Nicht einfach: Ich mache alles neu. Sondern: Siehe! - Schau hin! Es ist, als würde Gott uns sanft anstupsen: "Guck doch mal. Schau an. Heb den Blick! Öffne die Augen! Nimm wahr."

Das "Siehe" verändert die Haltung. "Siehe, ich verkündige euch große Freude", sagt der Engel zu den Hirten in der Weihnachtsnacht. "Siehe, dein König kommt zu dir", rief schon lange zuvor der Prophet Sacharja. "Siehe, das ist Gottes Lamm", sagt Johannes der Täufer über Jesus. "Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende!", sagt Jesus am Ende des Matthäusevangeliums zu seinen Jüngern. "Siehe!". Immer wieder fängt in der Bibel mit diesem einzigen Wort etwas ganz Neues an und verändert alles.

Meistens beginnt das Neue leise. Nicht spektakulär, sondern unscheinbar mitten im Alltag. Nur wer hinschaut, entdeckt: Lauter kleine Zeichen, die Gottes Handschrift tragen. Siehe! Siehe, ich mache alles neu.

Das letzte Buch der Bibel, das Buch der Offenbarung, schaut weit in die Zukunft. Es erzählt von einer Welt, in der Gott alles neu und heil macht: Keine Tränen mehr, kein Schmerz, kein Leid. Dieses eine Wort "siehe" lenkt meinen Blick schon heute darauf. Gott will Neues schaffen - wie ein Gärtner, der den vorhandenen Boden lockert, damit Neues daraus besser wachsen kann. Oder wie im Frühling das alte Holz wieder ausschlägt. Vielleicht auch wie jemand, der eine alte Bank abschleift, damit unter dem angesetzten Moos das warme, ursprüngliche Holz wieder sichtbar wird. Behutsam, liebevoll, schöpferisch führt Gott so auf den ursprünglich gedachten Zustand zurück, wenn wirklich alles gut ist, kein Streit mehr, keine Angst, Frieden. Darauf weist dieses "Siehe!" hin. Siehe, was werden kann und werden will - mit Neugier, mit Fantasie, mit Mühe, mit Geduld, mit Offenheit und Liebe.

Das Komitee, das jedes Jahr die Jahreslosung auswählt, begründet die Wahl so: In einer Zeit voller gravierender Umbrüche und großer Unsicherheit soll uns der Vers aus der Offenbarung des Johannes, dem einzigen prophetischen Buch des Neuen Testaments, das etwa 70 Jahre nach Christus auf der Insel Patmos entstanden ist, Trost und Hoffnung spenden. In seinen sieben Sendschreiben an Gemeinden in Kleinasien beschreibt Johannes eine gewaltige Krise: Alles ist ins Wanken geraten, überall herrschen Not und Zerstörung, es wird immer schlimmer, das Leid ist riesig und die Lage scheinbar aussichtslos. In diese Situation hinein gibt Gott ein Versprechen: »Siehe ich mache alles neu!«.

Die Jahreslosung lädt mich ein bei Gott in die Seh-Schule zu gehen: Ehe ich resigniere, ehe ich etwas vorschnell als misslungen bewerte, ehe ich alles schlecht rede, will ich mein Augenmerk auf Gott lenken. Gott lässt aufblicken. Dadurch verändert sich meine Haltung und damit oft auch meine Sicht der Dinge. Ich will im neuen Jahr genauer hinsehen. Ich will den kleinen Neuanfängen trauen, die mitten im Alltag geschehen. Mit einem hoffnungsvollen Blick für das, was alles Gutes und Neues wachsen und werden kann.

Für das Jahr 2026 wünsche ich Ihnen diese himmlische Sichtweise und den reichen Segen dessen, der spricht: Siehe, ich mache alles neu. 

Ihre Pfarrerin Martina Lieb

 

 

Jahreslosung 2026

Gott spricht: Siehe ich mache alles neu!
Offenbarung 21, Vers 5