AnGedacht

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, dass ich dem David einen gerechten Spross erwecken will. Der soll ein König sein, der wohl regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande üben wird. Zu seiner Zeit soll Juda geholfen werden und Israel sicher wohnen. Und dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird:

"Der HERR ist unsere Gerechtigkeit"
Jeremia 23, Verse 5 - 6

 

  

Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Website!

"Du bist voll unfair," ruft mir ein Schüler im Religions-Unterricht zu. Alle durften etwas sagen und als ihm etwas einfällt, beende ich gerade die Diskussion. Dass ich mich nicht fair verhalte, das passiert mir täglich. Entweder machen mich andere darauf aufmerksam oder ich stolpere selbst über mein mangelndes Gespür für Fairness. Fair ist ein anderes Wort für gerecht, wissen meine Grundschüler. Zumindest die Fußballerinnen und Fußballer unter ihnen. Faires Handeln meint gerechtes Handeln gegenüber anderen.

Meine Grundschüler überlegen, wie gerechtes Handeln aussehen kann und stellen fest, dass es manchmal gar nicht so leicht ist zu entscheiden, was wirklich gerecht ist.

Auch in unserem Land ist in diesen Tagen viel die Rede von gerechtem Handeln. Gerechtigkeit stellt eine der Ursehnsüchte des Menschen dar. Es soll fair, also gerecht zugehen in Familie und Schule, am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft. Dabei ist Gerechtigkeit gar nicht so leicht zu definieren.

Soll es allen gleich gut gehen? Das lässt sich aus unterschiedlichen Gründen in der Praxis nicht wirklich umsetzen. Aber vielleicht Chancengleichheit für alle? Dazu braucht es eine andere Wirtschaftsordnung und eine konsequente Politik weltweit, in der nicht das Recht durch Macht entschieden wird.

Und in Gottes gut geschaffener Welt - geht es da gerecht zu? Eher selten. Die Menschen haben es noch immer verstanden, aus Gottes Schöpfung einen Ort zu machen, in dem vor allem das Recht des Stärkeren gilt.

Die Bibel legt uns dennoch nahe, dass wir nicht aufhören sollen uns für Recht und Gerechtigkeit einzusetzen. Ich soll mich um faires Handeln bemühen, denn genau dieses Bemühen macht mich empfänglich für die Gerechtigkeit Gottes. Gott, der sich uns zeigt als Herr der Gerechtigkeit, wird durch seine Fairness unseren Hunger nach Gerechtigkeit stillen. Wenn Sie diesen Heimatgruss in den Händen halten, stehen wir kurz vor der Adventszeit. Einer Zeit, in der wir uns auf die Ankunft Jesu vorbereiten. In ihm wird Gott Mensch und taucht ein in die Niedrigkeit unserer Welt. Er erlebt am eigenen Leib bis hin zur Kreuzigung wie ungerecht diese Welt sein kann. In ihm zeigt uns Gott, was jeder von uns zu einer besseren Welt beitragen kann: Die Liebe Gottes weitergeben und der Versöhnung unter den Menschen zu dienen.

In Jesus Christus kam Gott selbst als "Herr der Gerechtigkeit" zu uns Menschen. Wo wir ihm folgen, da sind wir Gottes anderer Gerechtigkeit auf der Spur.

Möge die vor uns liegende Adventszeit uns empfänglich machen für Gottes Gerechtigkeit und uns am Ende zeigen, dass das Warten auf Gottes Gerechtigkeit und Frieden sich lohnt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Adventszeit,

Ihr Pfarrerin

Martina Lieb

  

 

Jahreslosung 2019

Suche Frieden und jage ihm nach!
Psalm 34, Vers 15