AnGedacht

Reif für die Insel ...

 

  

Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Website!

… so fühlen sich in den letzten Wochen vor den Sommerferien viele. Kleine und Große, alte wie junge Menschen. Viele sehnen sich nach einer Pause ganz unabhängig davon, ob sie einen Urlaub vor sich haben oder nicht.

Die Insel ist ein Synonym für Freiheit, ein Rückzugsort, ein Platz der Ruhe. Und genau solch einen Ort ersehnen sich viele, wenn sie den Urlaub oder die Sommerpause kurz vor sich haben.

Inseln sind weit weg. An der Küste nimmt man sie als schmalen Streifen im weiten Meer wahr. Und für die Landbewohner rücken die Inseln in noch größere Ferne. Das galt umso mehr im alten Orient in biblischer Zeit. Da verkehrten keine täglichen Fähren. Um zu einer Insel zu gelangen, brauchte man kräftigen Wind beim Segeln oder kräftige Arme beim Rudern. So sind im Alten Testament die Inseln ein Sinnbild für die Ferne. Das prophetische Jesajabuch hat sie immer wieder vor Augen: "So preiset nun den Herrn im Osten, auf den Inseln des Meeres den Namen des Herrn, des Gottes Israels" (Jesaja 24, Vers 15), oder "Die Inseln warten auf seine Weisung" (Jesaja 42, Vers 4) bis hin zu den Aufforderungen: "Hört mir zu, ihr Inseln!" (Jesaja 66, Vers 19) oder "Singet für mich, ihr Inseln." (Jesaja 42, Vers 10).

Die "Kunst des Urlaubmachens" bedeutet für viele, sich eine eigene Insel zu suchen. Im Internet kann man Inseln kaufen oder mieten. Für die allermeisten ist jedoch sowohl das eine wie das andere zu teuer. Meine Insel finden kann ich jedoch auch im übertragenen Sinn. Vielleicht indem ich im Urlaub versuche sehr bewusst ein Gegengewicht zu meinem Alltag zu setzen. Wenn ich in meinem Alltag viel mit Menschen zu tun habe, dann suche ich im Urlaub die Einsamkeit. Wenn ich viel alleine bin, mag mir im Urlaub die menschliche Nähe gut tun. Wenn ich sehr verplant und nach Terminkalender lebe, dann brauche ich in den Ferien vielleicht spontane Aktionen, Zeit ohne Terminkalender. Wenn ich viel unterwegs bin, fühle ich mich in einer vertrauten Landschaft wohl. Wer eher geordnet lebt, mag den Nervenkitzel suchen, wer im Alltag genug Aufregung hat, ist für Ruhe und Entspannung dankbar.

Ob im Urlaub oder zu Hause, die Sommerzeit kann uns daran erinnern: Mein Leben ist nicht nur Leisten und Funktionieren. Es gibt noch ein Leben, das anders ist und das ewige Bedeutung hat. Die Sommerpausenzeit ist eine gute Gelegenheit, Neues kennen und schätzen zu lernen in der Nähe oder in der Ferne.

Jesaja betont, dass gerade die Inseln, also das, was fern ist, durchdrungen ist von der Liebe Gottes. Die Insel wird für den Propheten zum Sinnbild für die besondere Nähe Gottes.

Wem Gott im Alltag manchmal in die Ferne rückt, dem wünsche ich für die Sommerzeit eine Insel im Sinne des Propheten Jesaja: Augenblicke der besonderen Nähe Gottes.

Möge diese Nähe Sie zur Ruhe kommen lassen und stärken und Ihnen einen segensreichen Sommer schenken.

Ihr Pfarrerin

Martina Lieb

  

 

Jahreslosung 2018

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Offenbarung 21, Vers 6