AnGedacht

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben
von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Offenbarung 21, Vers 6

 

  

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Eine wunderschöne Jahreslosung, finde ich. Sie lockt mich.

Ganz unvermittelt bekomme ich etwas versprochen. Ein großes Geschenk wird mir in Aussicht gestellt. Ich fange an, mich darauf zu freuen.

Haben Sie schon einmal frisches Quellwasser, das aus der Erde sprudelt, getrunken? Köstlich ist das. Spritzig und lebendig.

Seine Kühle erfrischt, die Energie des Wassers ist in jeder Körperzelle zu spüren. So stelle ich mir auch die Quelle des Lebenswassers vor.

Dem Lebenswasser auf die Spur zu kommen, heißt für mich auch über den eigenen Durst nachzudenken. Obwohl wir in einem Land leben, in dem wir fast jederzeit Zugang zu sauberem Wasser haben, bin ich mir sicher, dass eine jede von uns schon einmal richtig durstig war. Dann wird der Mund trocken, die Zunge klebt am Gaumen, das Sprechen fällt schwer und das ganze Tun richtet sich danach aus, endlich etwas zu trinken zu bekommen. Dass Durst so intensiv ist, hat die Natur gut eingerichtet. Ein Mensch kann zwar mehrere Tage ohne zu essen, aber nicht ohne zu trinken leben. Durst müssen wir spüren - das ist lebensnotwendig. Nur was nicht lebt, kennt keinen Durst. Der Durst treibt uns an, nach dem zu suchen, was wir zum Leben brauchen.

In der Jahreslosung für dieses Jahr geht es um mehr als um den Durst nach Wasser. Es geht um den Durst nach Leben in all seinen Facetten. Vieles steht bereit, den Durst zu stillen: Karriere und Anerkennung, Gesundheitstrainings, Partnerschaft, Familie. Eine Flut von Möglichkeiten, den Durst zu stillen. Das ist gut so. Doch manchmal frage ich mich, ob unser Durst, unsere Sehnsüchte nach Leben nicht manchmal darin ertränkt werden? Können wir den Durst nach Leben noch spüren?

Wonach dürstet es Sie?

Aus welchen Quellen möchten Sie leben?

Gott verspricht: Ich werde den Dürstenden aus der Quelle des Lebenswassers umsonst geben.

Menschen fasten oder gehen auf Pilgerreisen, damit sie wieder zu Dürstenden werden. Im Verzicht suchen sie die Quelle.

Der Vers der Jahreslosung beginnt mit den Worten: Es ist geschehen. Ich bin das Alpha und das O, der Anfang und das Ende. Ganz am Anfang ist es geschehen, Gott hat uns schon einmal schmecken lassen - es ist geschehen - in diesem Moment ist unser Durst nach mehr, unsere Lebenssehnsucht geboren. Solange wir diesen Durst spüren, kennen wir das Ziel unseres Lebens und wachsen ihm entgegen. Es ist geschehen und wird auf dem Weg geschehen, Gott gibt aus der Quelle des Lebenswassers umsonst.

Es ist wie mit einem Baumsamen. Der Samen ist ausgestattet mit Nährstoffen, um einige Zeit zu überleben. Das Leben - das Wachstum - beginnt in dem Moment, in dem der Samen mit Wasser in Berührung kommt. Zunächst zögerlich entstehen feine Wurzeln. Das Wasser ermöglicht Wachstum. Der Durst lässt Neues entstehen.

Menschen, die Gott suchen, sind wie solch ein Keimling. Es gibt ein Leben in uns, das in gleicher Weise nach Wasser dürstet, wie unser Körper. Es ist der Durst unserer Seele. Darum ist es wichtig zu fragen, ob ich das lebendige Wasser, das meine Seele stillt, eigentlich kenne. Das Wasser steht in der Bibel für die Erkenntnis Gottes. Es ist sonderbar, doch wer dieses Wasser kennengelernt hat, in dem wächst zugleich auch der Durst nach Gott. Wo immer der Glaube eines Menschen lebendig ist, da entwickelt sich ein inneres Dürsten nach Gott.

Mit diesem Durst, dieser Sehnsucht sind wir unterwegs.

Ich wünsche Ihnen für das Jahr 2018 immer wieder Augenblicke, in denen Sie Gott Ihren Lebensdurst entgegen halten, wie ein leeres Glas.

Und ich wünsche Ihnen Augenblicke, in denen Sie erfüllt werden von der Quelle des lebendigen Wassers - umsonst.

Ihr Pfarrerin

Martina Lieb

  

 

Jahreslosung 2018

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Offenbarung 21, Vers 6